vabene balance
 
 
 



Sensomotorik & Haltung

Sensomotorik - das sensomotorische System



Das sensomotorische System ermöglicht es uns, koordinierte Bewegungen durchzuführen und an die Umweltgegebenheiten anzupassen.

Beispielsweise benötigen wir ein sensomotorisch intaktes System, wenn wir eine Kirsche von einem Baum pflücken wollen ohne sie dabei zu zerdrücken.

In dem Begriff Sensomotorik vereinen sich die Begriffe Sensorik und Motorik. Die Sensorik bezieht sich auf die Sinnesmeldungen aus der Umwelt, die durch Empfangsorgane (Sensoren) als Reiz aufgenommen werden. Diese Empfangsorgane bilden die Basis um eine Beziehung zwischen Körper und Umwelt darzustellen. Sensoren befinden sich in den verschiedensten Bereichen unseres Körpers, zum Beispiel in den Augen um visuelle Reize, oder in den Ohren, um akkustische Reize zu empfangen. Ebenso befinden sich viele sensible Sensoren in der Haut, um zum Beispiel Druck oder Wärme und Kälte aufzunehmen.

Für die Eigenwahrnehmung unseres Halte- u. Bewegungsapparats spielen spezielle Sensoren, die Propriozeptoren eine entscheidende Rolle. Sie befinden sich hauptsächlich in der Muskulatur, den Sehnen und den Gelenken. Die Propriozeptoren sorgen für Informationen über den Längen- und Spannungszustand unserer Muskulatur. Erst somit können wir beispielsweise einordnen, in welcher Position sich unsere Körperteile aktuell befinden. Die Reize aus sämtlichen sensorischen Systemen werden vom Nervensystem gefiltert und weiterverarbeitet.

Als Motorik bezeichnet man die koordinierte Tätigkeit des Bewegungsapparats, wie die zielgenaue Anspannung bestimmter Muskelgruppen, um eine Bewegung durchzuführen oder eine Körperhaltung einzunehmen.

Somit versteht man unter Sensomotorik die Wechselbeziehung der Aufnahme und Verarbeitung von Sinneswahrnehmungen sowie die Reaktion der Muskulatur und des Bewegungsapparats auf diese Wahrnehmung. Motorische Abläufe werden durch sensorische Rückmeldung gesteuert und modifiziert.

Zur Sensomotorik gehören sowohl willentlich beeinflussbare Bewegungen als auch unbewusste Reflexe. Man unterscheidet in zwei Funktionsbereiche, die sich gegenseitig beeinflussen und sich ergänzen.

Die Zielmotorik steht für die Steuerung aller Bewegungen.

Die Haltungs- und Stützmotorik gewährleistet die aufrechte Haltung des Körpers entgegen der Schwerkraft. Sie wird in erster Linie im Unterbewusstsein und zu einem großen Anteil durch Reflexe gesteuert. Einen sehr großen Einfluss auf die Gewährleistung und Modifizierung der Körperhaltung haben die Sinnesmeldungen aus den Propriozeptoren.

Die Propriozeptoren - wichtige Sensoren zur Steuerung der Körperhaltung
Die Propriozeptoren fungieren hier als eine Art Überwachungssystem welches gewährleistet, dass die Muskulatur, Sehne und Gelenke sich in dem Zustand befindet, den das zentrale Nervensystem vorgegeben hat. Außerdem geben die Propriozeptoren Rückmeldung über mögliche Abweichungen.

Zwischen den Propriozeptoren und dem zentralen Nervensystem findet also ein ständiger Abgleich von IST-Zustand und SOLL-Zustand statt. Kommt es zu Abweichungen durch neue Reize aus der Umwelt, so ermöglichen die Propriozeptoren eine sehr schnelle reflexartige Reaktion der Muskulatur und des Bewegungsapparats um den gewünschten Zustand wieder herzustellen. So wird beispielsweise gewährleistet, dass sich unsere Körper gegen die Schwerkraft aufrichtet und permanent das Gleichgewicht hält.

Bei einer gesunden Körperhaltung befindet sich der Körper in einem labilen Gleichgewicht. Es findet eine ständige ausgeglichene Anspannung und Entspannung der Haltemuskulatur statt.

Permanente Auslenkungen aus diesem Gleichgewichtszustand – beispielsweise durch dauerhafte Fehlhaltungen – werden mit der Zeit als (neuer) IST-Zustand der Haltung akzeptiert. Dies führt zu chronischen Fehlhaltungen.

Die vabene Methode greift gezielt in den körpereigenen Regelmechanismus der Propriozeption ein, um Fehlhaltugen wirkungsvoll und dauerhaft zu korrigieren.